„Irgendwie geht bei mir nix weiter“, jammere ich mir seit mehreren Wochen selbst die Ohren voll. Stundenlanges motivieren und diverse Bewerbungsschreiben fruchten kaum. Schaut man sich bei mir in der Wohnung um, hängt der Müllbeutel schon seit drei Wochen an der Tür (gut mit Müllrunterbringen war ich noch nie gut),  die Klamotten liegen, wie gerade erst ausgezogen am Boden und die Jobbewerbung ist immer noch nicht abgeschickt. Wenn mir dann der Geduldsfaden mit mir selbst reißt, versuche ich mir in den Hintern zu treten und endlich aktiv zu werden, anstelle herum zu jammern. Das wird mir aber nach Kurzem gleich wieder zu anstrengend. Es ist ein Teufelskreis.

Von diesem Phänomen selbst betroffen, habe ich mich an einen Freund gewandt, der ist davon überzeugt, die Ursache für das Verhalten liege an der Person selbst, denn die Menschen kann man grob in zwei Gruppen einteilen. 80 % seien Lasser, die ihren Lebensalltag geschehen lassen und 20 % seien Macher, die aktiv ihr Leben gestalten. Denke ich an mein Umfeld kann ich die Aussage bestätigen und es scheint, als wäre mein aktuelles Verhalten, das einer “Lasserin”, der man nicht helfen kann. Meinem passiven Verhalten bzgl. meiner Entscheidungsfindung unbeachtet reicht mir nur oberflächliche Psychoanalyse jetzt nicht mehr. Ich will diesem Phänomen bis auf den Grund gehen und habe deshalb folgendes recherchiert:

Das Universum in dem sich die zwei Typen der Lasser und Macher befinden nennt sich

Aktivitäts-Metaprogramm

Im Zentrum des Aktivitäts-Metaprogrammes steht die Frage, ob eine Person die Initiative ergreift, oder ob sie darauf wartet, dass andere die Initiative ergreifen. Ist diese Frage geklärt, ermöglicht das Metaprogramm eine Vorhersage, wie viel Energie jemand in das Erreichen seiner Lebensziele investieren wird. In einem weiteren Schritt kann man dadurch auch bestimmen, wie schnell jemand in einer bestimmten Situation zu handeln beginnt (vgl. Landsiedel 2003: o.S.).

Proaktive Menschen kennzeichnen sich durch Aktivität. Sie haben den Wunsch etwas auf die Beine zu stellen. Meistens sind es Menschen, die Geschichte machen, die die Welt verändern. Beispiele dafür sind: Unternehmer, Erfinder, usw. Diese Menschen bereisen die Welt und erforschen sie, sie sind zielstrebig und nicht zögerlich. Für gewöhnlich ergreifen sie die Initiative. Bei so viel Tatkraft ist es verständlich, dass sie wahrscheinlich als erste Fehler machen. Sie sind es aber auch die aktiv werden, wenn andere sich nicht trauen. Sie stürzen sich in Situationen und erledigen ihre Arbeiten ohne Umschweife, denn sie erledigen das, was zu tun ist (vgl. ebd.).

Reaktive Menschen sind gekennzeichnet durch ihre passive Art. Sie lassen den Dingen eher ihren Lauf, anstelle sie zum Laufen zu bringen. Ein Beispiel ist der Wissenschaftler, er befindet sich gerne in Situationen, die er kennt. Bevor er Neues ausprobiert, muss er es erst gründlich analysieren. Ihr Handeln ist davon geprägt, dass es erst in Kraft tritt, wenn sie gezwungen werden. Bürokraten geraten häufig in dieses Programm, weil sie sich vor Fehlern schützen möchten. Es entsteht der Eindruck, dass Dinge im Leben einfach passieren, man ist Opfer seiner Umwelt. Reaktive Menschen glauben an Glück und Schicksal und verbringen sehr viel Zeit damit zu warten (vgl. ebd.).

Diese zwei Kategorien weisen nicht jeden Typ auf, den es gibt. Es gibt u.a. auch Menschen die zugleich proaktiv und reaktiv sind. Sie tun etwas für ihre Ziele und sind in der Lage, die Folgen ihres Handelns zu überblicken. Außerdem gibt es noch eine Kategorie, der inaktiven Menschen. Sie haben die Tendenz, unliebsame Ereignisse zu ignorieren. Denn Sinn ihres Lebens ist es nichts zu tun, weder zu studieren noch zu arbeiten. Diesen Typ Mensch findet man selten in der Geschäftswelt, sie sitzen stattdessen zu Hause. Die vier Unterteilungen können auch spezifiziert werden, z.B. in superaktiv, reflektiv, apathisch, usw. (vgl. ebd.).

Gut, dann kann ich jetzt sagen, dass ich ein proaktiver Mensch bin, der sich gerade in einer reaktiven Lebensphase befindet. Solange ich mich noch nicht entscheiden kann, was ich mit meiner Zukunft anfange, entscheide ich jetzt, dass ich mich weiterhin mit dem Thema “Entscheidungsfindung” beschäftige. Bei meiner Recherche bin ich auf die Theorie der Leistungsmotivation gestoßen – stay tuned!

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