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Mata Hari ist eine der faszinierendsten Frauen des 20sten Jahrhunderts.

KINDHEIT Mata Hari wurde am 7. August 1876 als Margaretha Geertuida Zelle in Leeuwarden (Holland) geboren. Ihr Vater, Adam Zelle, war Hutmacher, der über seine Verhältnisse lebte und verlor sein ganzes Geld durch Spekulationen. Ihre Mutter, Antje Zelle, starb an Tuberkulose als Mata Hari gerade erst 15 Jahre alt war. Mata Hari hatte 3 jüngere Brüder. Nach dem Tod wurden sie aufgeteilt und verschiedene Verwandte kümmerten sich um die Kinder. (1)

JUGEND Die Jugend verbrachte Margaretha bei Herrn Visser in Sneek. In Leiden ließ er sie zur Kindergärtnerin ausbilden. Margaretha hatte keine sonderliche Freude daran und hielt sich selbst als völlig ungeeignet für den Beruf. (2) Bald darauf brach sie die Ausbildung ab. Es gibt unterschiedliche Thesen über ihr Ausscheiden von der Schule, die jedoch nicht offiziell vermerkt sind. Man spricht jedoch von einem Verhältnis, Vergewaltigung, Verführung oder einer einverständlichen Beziehung mit dem Direktor der Schule. „In Leiden verliebte sich der Leiter der Schule, Herr Wybrandus Haanstra in sie. Wie wäre wohl ihr Leben verlaufen, wenn er sich nicht in sie verliebt hätte?“ (3) Eine Mata Hari Biografin schreibt: „Als sie halbnackt auf dem Schoß des Schuldirektors angetroffen wurde, musste sie die Lehranstalt verlassen.“ (4) Daraufhin zieht sie im Alter von 17 Jahren zu ihrem Onkel Taconis nach Den Haag. (5)

EHE MIT MACLEOD Margaretha wird auf MacLeod in einer Zeitungsannonce aufmerksam: „Offizier, auf Urlaub aus Indonesien, sucht junge Frau mit liebenswürdigem Charakter zur Eheschließung“. Sie nimmt Kontakt mit ihm auf und heiratet den 21 Jahre älteren Kolonialoffizier Campbell Rudolph MacLeod 1895. Mata Hari feierte in diesem Jahr ihren 19. Geburtstag. Die Ehe galt jedoch schon von Anfang an als wenig harmonisch. (6) Aus der Ehe gehen zwei Kinder hervor. 1897 reiste Mata Hari mit ihrem Mann nach Java (damalige Kolonie Niederländisch-Indien), wo MacLeod stationiert wurde. (7) 1899 wurde MacLeod nach Sumatra versetzt. Was ihn von seiner Familie trennte und die Kluft zwischen den Eheleuten noch vergrößerte. Ein tragischer Schicksalsschlag ereignete sich als die Kinder von dem Hausmädchen vergiftet wurden. Den Grund dafür weiß man bis heute nicht. Der Sohn starb, die Tochter Non überlebte. (8) Nach neun gemeinsamen Jahren war die Ehe am Ende. MacLeod behielt die Tochter Non und Mata Hari zog nach Paris. In Paris lernte sie einen französischen Diplomaten kennen und wurde seine Maitresse.

ORIENTALISCHER TANZ Zwei Jahre lang arbeitet Margaretha MacLeod an ihrem eigenen Tanzstil, Kostümen und der Legende einer indischen Tempeltänzerin. In Paris kannte man zwar fremdländische Tänze, jedoch eine Bajadere mit einer geheimnisvollen Vergangenheit und exotischer Herkunft war völlig neu. (9) 1905 trat sie vor Publikum auf, das begeistert von Mata Haris Schleiertanz war.

„Eine große dunkle Gestalt schwebt herein. Krätig, braun, heißblütig. Ihr dunkler Teint, ihre vollen Lippen und glänzenden Augen zeugen von weit entfernten Landen, von sengender Sonne und tropischem Regen. Sie wiegt sich unter den Schleiern, die sie zugleich verhüllen und enthüllen. […] Das Schauspiel läßt sich mit nichts vergleichen, was wir je gesehen haben. Ihre Brüste heben sich schmachtend, die Augen glänzen feucht. Die Hände recken sich und sinken wieder herab, als seien sie erschlafft vor Sonne und Hitze. […] Ihr weltlicher Tanz ist ein Gebet; die Wollust wird zur Anbetung. Was sie erfleht, können wir nur ahnen […] Der schöne Leib fleht, windet sich und gibt sich hin: es ist gleichsam die Auflösung des Begehrens im Begehren.“ (10) Sie erhält unzählige Auftritte in Frankreich, Deutschland und Österreich. Mata Hari tanzt 1906 in Wien im Apollo-Theater. Auch das österreichische Publikum ist fasziniert.

„Isadora Duncan ist tot, es lebe Mata Hari! Die Barfußtänzerin ist vieux jeu, die Künstlerin up to date zeigt mehr […] Mata Haris Tänze seien ein Gebet … der Inder tanzt, wenn er die Götter ehrt. Mata Hari selbst tritt gemessenen Schrittes ein. Eine junonische Erscheinung. Große, feurige Augen verleihen ihrem edel geschnittenen Gesicht besonderen Ausdruck. Der dunkle Teint – offenbar Erbstück von Großpapa Regent – kleidet sie prächtig, eine exotische Schönheit ersten Ranges. Ein weißes faltiges Tuch hüllt sie ein, eine rote Rose schmückt das tiefschwarze Haar. Und Mata Hari tanzt […] Das heißt: sie tanzt nicht. Sie verrichtet ein Gebet vor dem Götzenbild, wie ein Priester den Gottesdienst. […] Unter dem Schleier trägt die schöne Tänzerin auf dem Oberkörper einen Brustschmuck und einen Goldgürtel … sonst nichts. Die Kühnheit des Kostüms bildet eine kleine Sensation. Doch nicht der leiseste Schein der Indezenz… Das, was die Künstlerin im Tanze verrät, ist reinste Kunst. Der Tanz schließt mit dem Sieg der Liebe über die Zurückhaltung […] der Schleier fällt. Mächtiger Beifall ertönt. Schon aber ist Mata Hari verschwunden.“ (11)

SPIONAGE Während ihrer Tätigkeit als Tänzerin kam Mata Hari mit einflussreichen Persönlichkeiten aus den verschiedensten Gesellschaftskreisen zusammen. Diese Zusammentreffen und Freundschaften verschafften Mata Hari interessante Kontakte und Informationen. Mata Hari selbst dementierte lange Zeit ihre Agententätigkeit. Später nach ihrer Verhaftung erklärt sie während eines Verhörs, dass der deutsche Konsul in Amsterdam (Carl H. Cramer) sie als Spionin mit dem Agentennamen „H- 21“anwarb. Sie nahm den Vorschuss von 20.000 Francs zwar an, hätte aber nie eine Gegenleistung erbracht. (12) Bei einem privatem Besuch im Militärbüro für Ausländer in Paris traf sie auf George Ladoux, dem Leiter der französischen Spionageabwehr, der ebenfalls wollte, dass Mata Hari für ihn als Spionin arbeitet. Mata Hari forderte 1 Million Francs und nahm den Auftrag schließlich an. Bis 1916 beschattete der britische Geheimdienst Mata Haris Kontakte mit deutschen Diplomaten in den Niederlanden. Schließlich meldeten die Briten ihren Verdacht dem französischen Kriegsministerium. George Ladoux stellte ihr schließlich eine Falle. (13)

TOD UND HINRICHTUNG Im Februar 1917 wurde Mata Hari verhaftet und vorübergehend in das Frauengefängnis Saint-Lazare gebracht. Fünf Monate später machte man ihr den Prozess im Pariser Justizpalast. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde Mata Hari wegen Doppelspionage und Hochverrats von den Richtern des Militärgerichts zum Tode verurteilt. (14) Kupferman schreibt, dass Mata Hari bei der Erschießung die Augenbinde ablehnte und sich ebenfalls nicht an den Pfahl anbinden ließ. Von der abgefeuerten Salve war ein Schuss tödlich und traf sie direkt ins Herz. (15)

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1 Vgl. Wencker-Wildberg: Mata Hari – Roman Ihres Lebens, S. 14
2 Vgl. Waagenaar, Sam: Sie nannte sich Mata Hari, S. 48/49
3 Waagenaar: Sie nannte sich Mata Hari, S. 49
4 Huisman: Mata Hari (1876–1917), de levende legende. S. 10
5 Vgl. Waagenaar: Sie nannte sich Mata Hari, S. 51
6 Vgl. Huisman: Mata Hari (1876–1917), de levende legende. S. 12
7 Vgl. Waagenaar: Sie nannte sich Mata Hari, S. 66
8 Vgl. Waagenaar: Sie nannte sich Mata Hari, S. 67
9 Vgl. Curt Riess: Prozesse, die unsere Welt bewegten. S. 240
10 Kupferman: Mata Hari: songes et mensonges. S. 23
11 vgl. Kupferman: Mata Hari: songes et mensonges. S. 23
12 vgl. Waagenaar: Mata Hari. Der erste wahre Bericht über die legendäre Spionin. S. 20 13 vgl. Waagenaar: Sie nannte sich Mata Hari, S. 244.
14 vgl. Curt Riess: Prozesse, die unsere Welt bewegten. S. 240
15 vgl. Kupferman: Mata Hari: songes et mensonges. S. 121f.


Informacón en español

Mata Hari es una de las mujeres más fascinantes del siglo 20 – bailadora, amante y espia.

Margaretha Geertruida Zelle nació en Leeuwarden, Países Bajos en el 7 de agosto de 1876. Greta es más conocida con el nombre Mata Hari. Ella fue una famosa bailarina, actriz y espía, condenada a muerte por espionaje y ejecutada por fusilamiento en 1917, durante la Primera Guerra Mundial en los años de 1914 – 1918. La palabra matahari significa, en idioma malayo, sol y literalmente “ojo del día”. Mata Hari se murió en Vincennes cerca de Paris en el 15 de octubre de 1917.

 

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Information in english

Mata Hari is one of the most fascinating women of the 20th century – dancer, lover and spy.

Margaretha Geertruida “Margreet” MacLeod was born in Zelle on the 7th of August in 1876. She is better known by the stage name Mata Hari. She was a Dutch exotic dancer and courtesan who was convinced of being a spy. In 1917 she was executed by firing squad in France under charges of espionage for Germany during World War I.

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