Die Geschichte Mata Haris liefert Stoff für einige Verfilmungen. Der letzte Film über ihre Lebensgeschichte wurde 2003 gedreht.

  • Mata Hari (1920; Regie: Ludwig Wolff, mit Asta Nielsen)
  • Mata Hari, die rote Tänzerin (1927, Regie: Friedrich Fehér, mit Magda Sonja)
  • Mata Hari (1931, Regie: George Fitzmaurice, mit Greta Garbo)
  • Mata Hari, agent H 21 (1964, Regie: Jean-Louis Richard, mit Jeanne Moreau)
  • Der Fall Mata Hari (1966, Regie: Paul Verhoeven, mit Louise Martini)
  • Mata Hari (1984, Regie: Curtis Harrington, mit Sylvia Kristel)
  • Mata Hari, la vraie histoire (2003, Regie: Alain Tasmam, mit Maruschka Detmers)

Filmbeispiel: „Mata Hari“ (1931) Regie: George Fitzmaurice

Der Mythos um Margarita Geertruida Zelle ist besonders verständlich, wenn man auch die Rezeptionsgeschichte betrachtet. Der bekannteste Film, der sich mit MATA HARIs Leben auseinandersetzt ist sicherlich der gleichnamige Spielfilm aus dem Jahr 1931. Regie bei diesem in den USA entstandenem Film führte George Fitzmaurice. Die Hauptrolle der Mata Hari übernahm die hochgelobte Schauspielerin Greta Garbo. Ramon Novarro spielt Leutnant Alexis Rosanoff und Lionel Barrymore den russischen General Schubin.

Der Film spielt im Jahr 1914 in Paris. Szenetreff für Offiziere und Generäle ist der Club Adrianias, dessen Besitzer Adriani über jeden seiner militärischen Gäste Bescheid weiß und sein Wissen auch für Spionagezwecke nutzt. Mata Hari ist in diesem Club auch als exotische Tänzerin angestellt. Sie nutzt ihre Weiblichkeit und ihre erotische Ausstrahlung, um an geheime Informationen zu gelangen.

In den Filmen der 20er und 30er Jahre ist es so, dass Frauen oft mit dem Sinnbild einer Spinne gleichgesetzt, da ihr Hauptinteresse darin besteht, Liebhaber in ihr Netz zu locken, um sie zu verschlingen.(21) Auch Mata Hari wird uns als eine Arte Spinne präsentiert. Zurückzuführen ist dies natürlich ihrem Beruf als Spionin. Sie lockt leicht zu beeinflussende Männer in ihr Netz aus Lügen und Intrigen, um ihnen Papiere zu stehlen oder Informationen zu entlocken. Sie bedient sich hierbei ihrer Fraulichkeit und ihren tänzerischen Fähigkeiten. So gesehen zeigt uns der Film ein Bild von Mata Hari, welches einer Femme Fatale gleicht, die unnachgiebig ihre eigenen Ziele verfolgt, Männer an sich bindet und sich nicht vor Gräueltaten scheut. Zusätzlich wird uns Mata Hari aber auch in einem ganz anderen Licht präsentiert, nämlich als liebende Frau, die ihrem Geliebten die Wahrheit vorenthält, um seine Illusion aufrecht zu halten. Sie liebt Rosanoff so sehr, dass sie auch den Tod in Kauf nimmt. Hier tritt der Verdoppelungseffekt auf, ein Einsatz von Doppelfiguren. (22) Sowohl die Femme Fatale als auch die liebende Frau finden in der Figur Mata Hari ihren Ausdruck. Sie verkörpert somit beide Persönlichkeiten.

Betrachtet man nun die Rezeptionsgeschichte um die mysteriöse Person Margaretha Geertruida Zelle, dann kommt man schnell zu dem Schluss, dass der Film von George Fitzmaurice den Mythos Mata Hari als zentrales Hauptthema behandelt. Vor allem das Bild der Femme Fatale findet enormen Anklang in der modernen Populärkultur.

Trailer des Spielfilms (1984)


21 Vgl. Niroumand, S. 172.
22 Vgl. Niroumand, S. 174.

Niroumand, Mariam (1997): „Exotik und Erotik. Über Frauen in der Fremde“. In: Bock, Hans- Michael/Jacobsen, Wolfgang/Schöning, Jörg (Hg.): Triviale Tropen. Exotische Reise- und Abenteuerfilme aus Deutschland 1919– 1939. München, S. 167-175.


Link zu MATA HARI: Tänzerin, Liebhaberin und Spionin

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